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Warum die Konzentration auf den Atem bei Asanas wesentlich ist


Sadhguru beantwortet die Frage, warum wir uns bei Asanas auf den Atem konzentrieren sollten, und wie der Atem die Möglichkeit bietet, das menschliche System tiefer zu erfahren.


Fragesteller: Warum sollten wir uns bei Asanas auf den Atem konzentrieren?


Sadhguru: Geist und Emotionen brauchen ein einziges Objekt, auf das sie sich konzentrieren können. Wenn beide beim selben Objekt bleiben, bist du in größtmöglicher Leichtigkeit. Wenn der Körper in eine Richtung geht, der Geist in eine andere und die Emotionen in eine dritte – dann kämpfst du. Stell dir vor, du hast einen Job, dem du sehr hingegeben bist, eine Familie zu Hause und eine Affäre nebenbei – du wirst in einem großen Durcheinander sein, niemals in Ruhe. Nur wenn Körper, Geist und Emotionen in eine Richtung ausgerichtet sind, bist du in vollkommener Leichtigkeit.


Nichts und niemand – weder dein Job noch dein Reichtum, weder deine Familie noch deine Liebesaffäre – ist so verlässlich wie dein Atem. Solange du lebst, wird er immer da sein. Er ist das Beständigste und Verlässlichste, worauf du deinen Geist richten kannst. Wenn du dich in einer Asana nicht auf den Atem konzentrierst, wird der Geist überallhin wandern. Daher: Richte deine Aufmerksamkeit auf den Atem. Wenn ich dir jetzt den Atem wegnehme, werden du und dein Körper auseinanderfallen. Es ist dein Atem, der dich und deinen Körper zusammenhält. Diese Kurma Nadi, wie wir sie im Yoga nennen, ist wie ein Faden, der dich und deinen Körper miteinander verbindet.


Wenn du ständig beim Atem bleibst, wenn du wirklich mit ihm reist, wirst du eines Tages verstehen, wo du und dein Körper verbunden sind. Sobald du das weißt, kannst du deinen Körper auf Abstand halten – und all dein Leid und all deine Not werden vorbei sein. Alles Leid und alle Not in deinem Leben entstehen durch deinen Körper und deinen Geist. Wenn du Körper und Geist auf Abstand zu dir selbst halten kannst, ist das das Ende des Leidens. Und nur wenn keine Angst vor dem Leiden mehr besteht, wird ein Mensch wagen, sein Leben in vollem Schritt zu erkunden.


Also: Beim Atem zu sein ist sehr wichtig. Zum einen hat der Geist einen beständigen Begleiter, bei dem er verweilen kann. Jeder mag dich verlassen – dein Atem verlässt dich nicht, bis du stirbst. Und zum anderen wird er dich an einen Ort transportieren, wo du und dein Körper verbunden sind. Wenn du nicht willst, dass dein Leben von vielfachen Faktoren der Zwanghaftigkeit bestimmt wird – wenn du dein Leben aus freier Wahl gestalten oder umgestalten möchtest – dann ist es wichtig, diesen Ort zu kennen.

 
 
 

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